
Stadtratswahlen 2026
Begleitung besonderer Lebensmomente mit Herz und Verantwortung
Kauffrau EFZ
Andrea Koller im Interview
Andrea Koller, Sie haben bereits 1995 für den Gemeinderat kandidiert. Was hat Sie nach all den Jahren dazu bewogen, für den Stadtrat zu kandidieren?
Wenn ich heute an meine Kandidatur im Alter von 22 Jahren zurückdenke, muss ich schmunzeln. Den Mut hatte ich schon damals, Lebenserfahrung eher noch in überschaubarem Masse. Eines wusste ich immer: Wenn sich diese Chance nochmals bietet und meine Kinder gross sind, möchte ich sie nutzen. Heute ist mein «Werkzeugkoffer» um einiges voller. Ich habe schon viel erlebt, Verantwortung getragen und weiss, worauf ich mich einlasse. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, meine Lebens- und Berufserfahrung einzubringen und Amriswil etwas zurückzugeben.
Welche drei Themen würden Sie in den kommenden vier Jahren besonders vorantreiben?
Amriswil wächst weiter. Deshalb möchte ich bei der Verkehrsentwicklung genau hinschauen. Der Bahnübergang Richtung Sommeri braucht dringend eine akzeptable und realisierbare Lösung. Erreichbarkeit und Parkmöglichkeiten dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Ebenso wichtig sind solide Finanzen mit klaren Prioritäten für Investitionen. Eine weitere Chance sehe ich in einem zentralen Treffpunkt, der Menschen anspricht, die am Abend gemütlich verweilen, etwas trinken und ins Gespräch kommen möchten. Eine Idee hätte ich …
Wo sollte Amriswil aus Ihrer Sicht mutiger werden?
Ich finde, Amriswil ist eine sehr mutige Stadt und diesen Mut sollten wir uns bewahren. Wer stehen bleibt, verpasst Chancen. Dabei sollten wir uns fragen: Was würde uns fehlen, wenn es plötzlich nicht mehr da wäre? Neues wagen und im Blick behalten, was Amriswil lebenswert macht, gehören für mich zusammen. Die Stadt kann gute Rahmenbedingungen schaffen, nutzen und erhalten müssen wir sie gemeinsam.
Eine Stadt kann nicht alle Wünsche gleichzeitig erfüllen. Wo würden Sie Prioritäten setzen?
Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch notwendig. Für mich zählen zwei Fragen: Was brauchen wir wirklich und was können wir uns leisten? Mit öffentlichen Geldern müssen wir sorgfältig umgehen und auch Nein sagen können. Sparen darf aber nicht heissen, notwendige Investitionen aufzuschieben, bis sie später mehr kosten.
Was bringen Sie persönlich in den Stadtrat ein?
Der Austausch mit Menschen liegt mir. Ich höre zu, frage nach und sage klar, was ich denke. Zu mir gehören Ernsthaftigkeit genauso wie Humor. Ich habe ein breites Netzwerk aufgebaut. Durch meine Arbeit begegne ich Menschen in allen Lebensphasen. Ich bin am Puls des Lebens und höre, was Menschen freut und beschäftigt. Ich bringe fundiertes Fachwissen und Erfahrung mit. Auf mich kann man sich verlassen, und wenn ich etwas anpacke, bleibe ich dran.
Wie gehen Sie damit um, wenn eine Entscheidung nicht Ihrer persönlichen Meinung entspricht?
Ich kann gut damit leben, wenn nicht immer meine Meinung gewinnt. Wichtig ist mir, offen zu sagen, was ich denke, und kritisch zu hinterfragen. Fällt der Entscheid anders aus, trage ich ihn mit. Wie in einer guten Ehe: Man ist nicht immer gleicher Meinung, gibt und nimmt und geht gemeinsam gestärkt weiter.
Vervollständigen Sie den Satz: «Amriswil ist für mich eine Stadt, die …»
… mein Zuhause ist. Hier bin ich aufgewachsen, mein Mann ist für mich nach Amriswil gezogen, unsere Söhne sind hier zuhause, hier lebt meine Familie. Amriswil und ich sind miteinander gross geworden. Bei allem Wachstum soll unsere Stadt ihr Miteinander – ihr Herz – nie verlieren.
SVP Amriswil